Rattanmöbel Erdt: Material Weide
Weide (lateinisch “Salix“) ist ein Rohstoff, welcher auch in unseren Breiten beheimatet ist.
Er wächst besonders gut an Bachläufen und Gewässern und bevorzugt feuchte nährstoffreiche Böden.
Dieser wild wachsende Rohstoff ist aber nur bedingt für einfache Körbe zu gebrauchen.
Die grüne (kultivierte) Weide
Die kultivierte Weide wird auf Plantagen angebaut und jährlich im Winter geerntet.
Die bekanntesten Weiden sind die Hanfweide, die Steckweide, die Mandelweide, die Purpurweide und die
Amerikanische Weide, welche im 19. Jahrhundert nach Deutschland mitgebracht wurde. Diese ist sehr stark
verbreitet, weil sie sich als besonders schlanke, biegsame Rute gut zum Flechten eignet.
Die Ruten erreichen eine Länge von 2 bis 3 Metern. Das Rohrmaterial als “grüne Weide“ bezeichnet
(welche je nach Art auch in anderen Farben wie z.B. rötlich, gelblich, bräunlich bis hin zu schwarz vorkommt)
erfreut sich wieder zunehmender Beliebtheit. Nicht nur als Kiepe (Gartenkorb) und Behältnis für den Transport,
sondern auch als Einkaufskorb, übertopf, Kaminkorb, Blumenampel u.v.m. ist das Material wieder gefragt.
Siehe auch: Informationen über Materialpflege
Die weiße Weide
Die “grüne Weide“ lässt sich noch weiter veredeln und ist unter der Bezeichnung “weiße Weide“ oder
“braune Weide“ (gesottene Weide) bekannt. Im zeitigen Frühjahr nach der Ernte werden die Weiden nach
Längen vorsortiert und bündelweise in circa 10cm tiefes Wasser gestellt. Jetzt gilt es zu warten bis
die Weiden kleine Wurzeln bilden, der Saft unter der Rinde zirkuliert und sich Weidenkätzchen bilden.
Bevor der Wachstumsprozess beginnt, muss die Weide von der Schale befreit werden, da nur zu diesem Zeitpunkt
das Abschälen der Rinde möglich ist. Das kann von Hand am Besten mit einer Schälklemme oder auch maschinell
geschehen. Optimal ist sonniges Wetter dafür, damit die Weide gut durchtrocknet und ein helles “weißes“
Outfit erhält.
Siehe auch: Informationen über Materialpflege
Die braune (gesottene) Weide
Die im Winter geschnittenen “grünen Weiden“ sind an keine feste Jahreszeit gebunden,
um weiter veredelt zu werden. Nach Längen sortiert, werden diese in einem Behälter mehrere Stunden gekocht.
Dadurch färbt die eigene Gerbsäure die Weide braun und die grüne Außenhaut lässt sich auch hier von Hand
bzw. maschinell leicht entfernen.
Eine gute Trocknung der Weiden ist auch hier notwendig, bevor diese zu Bündeln zusammengebunden werden.
Siehe auch: Informationen über Materialpflege
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